278 Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser
Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.
Werde ich endlich dahin kommen, dass Gott mich sein Antlitz schauen lässt?, Tag und Nacht sind Tränen mein Brot, weil man sagt: Wo ist dein Gott?
Doch mein Herz hilft mir zu bedenken, wie einst ich zum Hause Gottes zog mit Frohlocken, Lob und voll Dank mitten in feiernder Schar. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig, harre doch auf Gott! Dankbar werde ich ihm noch sein, weil er mir hilft als mein Gott.
Du, Herr, kennst meiner Seele Trauer, ich denke an dich im fernen Land. Fluten rauschen, liefen bedrohn, Wellen gehn über mich hin.
Güte schickt mir der Herr am Tage, und nachts singe ich mein Lied für ihn, zu ihm spreche ich mein Gebet, sage zu Gott, meinem Fels:
Warum hast du mich so vergessen, dass Trauer mich drückt, bedrängt vom Feind? Wie ein Mord ist's, wenn sie mich schmähn mit ihrem: Wo ist dein Gott? Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig, harre doch auf Gott! Dankbar werde ich ihm noch sein, weil er mir hilft als mein Gott.
Schaffe Recht, führe meine Sache, errette von falschem, bösem Volk! Denn du bist der Gott, der mich stärkt. Warum verstößt du mich so?
Sende Licht, sende deine Wahrheit, sie leiten und bringen mich zu dir, hin zu deinem heiligen Berg, hin zu dem Ort, wo du wohnst.
Zum Altar Gottes will ich treten, zum Gott, der die Freude jubeln lässt, dass ich dir, Gott, danke im Lied, singe zur Harfe, mein Gott. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig, harre doch auf Gott! Dankbar werde ich ihm noch sein, weil er mir hilft als mein Gott.
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