486 Ich liege, Herr, in deiner Hut
Ich liege, Herr, in deiner Hut und schlafe ganz mit Frieden. Dem, der in deinen Armen ruht, ist wahre Rast beschieden.
Du bist's allein, Herr, der stets wacht, zu helfen und zu stillen, wenn mich die Schatten finstrer Nacht mit jäher Angst erfüllen.
Dein starker Arm ist ausgereckt, dass Unheil mich verschone und ich, was auch den Schlaf noch schreckt, beschirmt und sicher wohne.
So will ich, wenn der Abend sinkt, des Leides nicht gedenken, das mancher Erdentag noch bringt, und mich darein versenken,
wie du, wenn alles nichtig war, worauf die Menschen hoffen, zur Seite warst und wunderbar mir Plan und Rat getroffen.
Weil du der mächt'ge Helfer bist, will ich mich ganz bescheiden und, was bei dir verborgen ist, dir zu entreißen meiden.
Ich achte nicht der künft'gen Angst. Ich harre deiner Treue, der du nicht mehr von mir verlangst, als dass ich stets aufs Neue
zu kummerlosem, tiefem Schlaf in deine Huld mich bette, vor allem, was mich bitter trat, in deine Liebe rette.
Ich weiß, dass auch der Tag, der kommt, mir deine Nähe kündet und dass sich alles, was mir frommt, in deinen Ratschluss findet.
Sind nun die dunklen Stunden da, soll hell vor mir erstehen, was du, als ich den Weg nicht sah, zu meinem Heil ersehen.
Du hast die Lider mir berührt. Ich schlafe ohne Sorgen. Der mich in diese Nacht geführt, der leitet mich auch morgen.
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